SLOW Book-Bewegung
Slow Book: Lesen und die Zeit vergessen
Die edition ebersbach nimmt das 20jährige Verlagsjubiläum zum Anlass, die Slow Book-Bewegung anzustoßen.
Lesen gehört zu unserem Alltag. Ob wir die Zeitung aufschlagen, im Internet unterwegs sind oder ein Buch zur Hand nehmen. Wir alle lesen. Immer mehr. Immer schneller. Immer flüchtiger, denn meist sitzt uns die Zeit im Nacken.
Die Slow Book-Bewegung will einen Kontrapunkt setzen. Beim Lesen eines guten Buches sollte man die Zeit bewusst vergessen, jede Seite genießen, die Seele baumeln lassen und innehalten. Slow Book plädiert für ein scheinbar nutzloses Lesevergnügen. Mit Fantasie und Neugier. Auf der Suche nach neuen Erfahrungen, kreativen Lösungen, Erkenntnisgewinn. Slow Book ist gegen eine Fast Food-Literatur, also gegen eine schnell zu konsumierende Literatur, und für Nachhaltigkeit auch beim Lesen.
Die Kunst des Bücherlesens besteht darin, jedem Buch die Zeit zu geben, die es braucht. Mitunter auch die Zeit, es mehrmals zu lesen. Das ist die Slow Book-Philosophie.
Im Jubiläumsjahr sucht die edition ebersbach Partner, die sich der Slow Book-Bewegung anschließen: Leser, die ihrer Lektüre gern Raum und Zeit geben, Buchhändler, die Backlisttitel präsentieren, und Journalisten, die Backlisttitel besprechen.
Aktualisiert am 1. März 2010
Herzlichen Glückwunsch zum schönen Blog! Die Slow-Book-Bewegung finde ich eine gute Idee und schließe mich ihr gerne an.
Herzliche Grüße
Claudia Lüdtke
Mein Lieblingsbuch mehrmals lesen? Bisher kam mir das wie Zeitverschwendung vor, wo’s doch ständig neue Literatur auf dem Markt gibt. SLOW Book ermutigt mich zu einem guten Gewissen und auch dazu, mir Bücher wieder vorzunehmen, die ich noch nicht zuende gelesen habe. Sich Zeit nehmen für das Entdecken guter Bücher – großartig!
Slow book ist wichtig! Nix mit ex und hopp! Es geht um Qualität, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit. Wenn wir diese Fähigkeit pflegen wollen, gehört dazu auch wiederholtes Lesen, sich bewußt Zeit zu nehmen (meine “Fundamentalliste” von Büchern, die ich in verschiedenen Lebensphasen existenziell brauchte, die ich mehrmals gelesen habe und lese, immer wieder neu, ist recht lang). Ich erinnere an das wunderbare Buch von Sten Nadolny: “Die Entdeckung der Langsamkeit”.
Es scheint die SLOW-Bewegung gewinnt immer mehr Freunde: Slow Motion, Slow Food und Slow Art (wichtigster zeitgenössischer Vertreter, der Licht- und Land-Art-Künstler James Turrell).
SLOW Book & Co. mischen die Speed-Vertreter auf. Setzen Meditatives gegen Rapid-Eye-Movement, Intuition gegen Kakophonie, Musen gegen Maschinenjunkies. Fazit: Eine neue musische Lesart spreizt die Flügel und drosselt das Tempolimit: SLOW Book.